
SIBO
SIBO-Atemtest richtig vorbereiten: Ernährung, Medikamente und häufige Fehler
SIBO-Atemtest vorbereiten: Ernährung, Medikamente und typische Fehler vor Glukose- oder Laktulosetest – evidenzbasiert erklärt.
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SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth) ist eine häufig übersehene Ursache chronischer Verdauungsprobleme. Bakterien fermentieren Kohlenhydrate im Dünndarm – mit belastenden Folgen.
Grundlagen
Normalerweise ist unser Dünndarm relativ keimarm – er ist der Ort, an dem Nährstoffe aufgenommen werden. Der Großteil unserer Darmbakterien sollte sich im Dickdarm befinden. Bei SIBO ist diese Ordnung gestört: Bakterien wandern in den Dünndarm hoch oder vermehren sich dort übermäßig.
Die Folgen sind für Betroffene oft belastend:
Kritische Einordnung
Viele kommen mit einem positiven Atemtest oder dem festen Vorsatz: „Ich habe SIBO, ich brauche Antibiotika oder Oregano-Öl."
Ein positiver Test bedeutet nicht zwingend, dass Sie krank sind. Auch gesunde Menschen können positiv testen. Wir behandeln Menschen, nicht Testergebnisse.
Aggressive antimikrobielle Mittel können das gesamte Mikrobiom schädigen. Wer nur tötet, saniert nicht – das Rezidivrisiko steigt.
Bakterien wachsen im Dünndarm nicht ohne Grund. Wird die Ursache (z. B. Säuremangel) nicht adressiert, kehren sie zurück.
Ursachen
Statt blind antimikrobielle Mittel einzusetzen, stelle ich die Frage nach dem „Warum":
Magensäure ist unsere erste Desinfektionsschranke. Fehlt sie, gelangen zu viele Bakterien in den Dünndarm.
Fehlen Verdauungsenzyme, bleibt Nahrung liegen und beginnt zu gären.
Der „Putzmechanismus" des Dünndarms fegt in Essenspausen Bakterien in den Dickdarm. Bei Störung entsteht SIBO.
Z. B. eine undichte Ileozäkalklappe zwischen Dick- und Dünndarm.
Diagnostik
Sofort nach dem Essen spricht eher für SIBO, Stunden später eher für Dickdarm-Probleme.
Hinweise auf Fettverdauungsstörung oder Entzündungswerte.
Ich nutze sie zurückhaltend und nur, wenn sie für die Therapieentscheidung notwendig sind.
Therapie
Ziel ist es, die natürliche Ordnung im Darm zu unterstützen, ohne die Bakterienvielfalt durch aggressive Mittel zu zerstören.
Unterstützung von Magensäure und Gallenfluss durch Bitterstoffe oder Betain HCL.
Förderung der Darm-Putzwelle und Einhaltung von Essenspausen.
Temporäre Reduktion fermentierbarer Kohlenhydrate (FODMAP), ohne Mangelernährung.
Behandlung eines eventuell vorhandenen Leaky Gut.
Spezifische Stämme, die das Milieu positiv beeinflussen – nicht wahllose Einnahme.
Gezielte antimikrobielle Maßnahmen nur wenn indiziert – nicht pauschal.
Schleimhautaufbau, Nährstoffrepletion und MMC-Aktivierung können das Rezidivrisiko reduzieren.
Individuelle Ernährungsstrategie und Stressmanagement.

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Meine Praxis in Lampertheim betreut Patientinnen und Patienten aus dem Umkreis von etwa 30 km – Bergstraße, Rhein-Neckar und angrenzende Gemeinden.
In der Schulmedizin ist Rifaximin oft Mittel der Wahl. Ich versuche, diesen Weg zu vermeiden, wenn möglich. Antibiotika wirken oft nur kurzfristig, wenn die Ursache nicht behoben wird.
Diese Mittel sind potent. Deshalb warne ich vor Eigentherapie. Auch pflanzliche Mittel können die Schleimhaut reizen und gute Bakterien schädigen.
Viele herkömmliche Probiotika können Beschwerden anfangs verschlimmern. Es gibt spezielle Stämme, die hilfreich sein können – bitte keine wahllose Einnahme ohne Beratung.
Wenn die Ursache behoben wird (z. B. weniger Stress, bessere Essgewohnheiten), kann sich das Mikrobiom theoretisch regulieren. Oft ist therapeutische Unterstützung sinnvoll.
